Vermarktung von Bio-Kälbern

Bewilligung des Forschungsprojektes "WertKalb"

Im Mai kam die erfreuliche Nachricht der Universität Hohenheim, dass der Projektantrag für das Forschungsvorhaben „WertKalb“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bewilligt wurde. Nun kann mit dem Projekt, das unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Mizeck Chagunda zusammen mit Dr. Christoph Reiber steht, begonnen werden. Ziel des Projektes ist es „innovative Strategien für eine ethische Wertschöpfung der Kälber aus der ökologischen Milchviehhaltung zu entwickeln und deren Potenziale zu bewerten“. Damit widmet sich das Projekt einem der dringendsten Probleme. Aktuell werden Kälber aus der Milchviehhaltung in der Regel direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt und nach zwei bis drei Wochen an konventionelle Mäster verkauft. Da die Kälber von Milchrasse-Kühen meist nicht so schnell wachsen und nicht so viel Fleisch ansetzen wie Fleischrasse-Kälber, müssen Landwirte ihre Milchvieh-Kälber oft zu einem geringen Preis verkaufen. „Somit wird die Mehrheit der Kälber weder ethisch noch ökonomisch wertgeschätzt“, heißt es im Projektantrag. Dieses „Kälberproblem“ entspricht natürlich ganz und gar nicht den Grundsätzen des ökologischen Landbaus. Diesem Problem widmet sich nun ein Team von Forschern der Universität Hohenheim gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern. Auch die Bio-Musterregion Ravensburg gehört dazu und soll mit ihren Kontakten in der Region die Vernetzung im Projekt und den Wissenstransfer fördern. Unsere Nachbarregion die Bio-Musterregion Biberach, sowie die Bio-Musterregion Hohenlohe sind ebenfalls mit dabei, sowie die hier in der Region agierende Erzeugergemeinschaft der Demeter Heumilchbauern. Um die Potenziale verschiedener Strategien zur Lösung des „Kälberproblems“ bewerten und entwickeln zu können, sollen zum einen die Akzeptanz und Umsetzungspotenziale im Bereich der Tierhaltung, Züchtung und Verarbeitung bei Bio-Landwirten geklärt werden. Zum anderen soll das Marktpotenzial von ethisch hergestellten Bio-Produkten bewertet werden. Das Verbundprojekt ist auf drei Jahre ausgerichtet. Weitere Infos zum Projekt, den Zielen und Partnern finden Sie auch auf der Projekthomepage.  

 

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